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Durch den Frattawald zur Poebene

Nach dem Septimerpass wurde der Julierpass für die Römer zum wichtigsten Nord-Süd-Übergang. Bereits Kaiser Augustus wanderte hier durch den Frattawald zur Poebene nach Italien.
Zeitzeugen – wie die Furchen der Karrenräder – finden Sie hier noch heute!

Mehrheitlich sind historische Funde im Unterengadin gemacht worden. Das lässt darauf schliessen, dass das Engadin über das Nord- und Südtirol ins Unterengadin und dann immer weiter Tal aufwärts besiedelt wurde. So sind im Unterengadin erste Schriftzeichen auf Keramik und auf Hirschhornrücken gefunden worden. Im Frattawald von Silvaplana wurde noch 1910 ein Bronzebeil gefunden, dessen Aufbewahrungsort heute leider unbekannt ist.
In der Zeit vor 930 sind in Rätien verschiedene Veränderungen politischer Art vorgekommen. Die Besitzverhältnisse der einzelnen Landesteile sind nicht eindeutig definierbar. Somit ist nicht einwandfrei feststellbar, wann das Engadin seine heutige Form und Grösse erhalten hat.

Zeichnung des heute noch bestehenden Grenzsteins von 1538

Am 11. August 1538 wurde zwischen den Gemeinden St. Moritz, Silvaplana und Sils die Territorialeinteilung mit den genau definierten Grenzen schriftlich beurkundet. Darin waren die zukünftigen Gemeindegrenzen, Wälder, Weiden und Wiesen genau umschrieben und festgelegt worden. Doch zwischen den Gemeinden Sils und Silvaplana entstanden auch nach der Territorialeinteilung erhebliche Differenzen. Für die Festlegung der Gemeindegrenzen wurden überlicherweise Bergspitzen, Wasserläufe, Schluchten oder ähnliche topografische Merkmale genutzt. So wurde zwischen der Gemeinde Silvaplana und Sils die Gemeindegrenze vom «Piz della Curtinella» dem Rabgiusa folgend bis zum See als Grenze festgelegt. Damit waren die Silser aber nicht einverstanden. Bereits über Jahrhunderte hatten sie das Weidegebiet «La Muotta» beansprucht. Dieser Streifall zog sich über Jahrhunderte dahin. Erst an der Gemeindeversammlung 1932, als die Bürgergemeinden beider der Grenzbereinigung zugestimmt hatten, zog die politische Gemeinde nach. Nach 394 Jahren konnte der Streitfall «Piz della Curtinella» endlich ad acta gelegt werden.
Quelle: [Arturo Reich, SILVAPLANA – Chronik einer Gemeinde]()