Love Cookies?

Diese Website verwendet Cookies,
die Sie ablehnen können.

360° - Pflanzentagebuch

Komm mit auf Entdeckungsreise und lerne Spannendes und Faszinierendes über die Pflanzenwelt rund um unsere Moorseen kennen. 

Skizze des Hahnensees.

Entstehung der Moore

So sind die Moore rund um die Bergseen entstanden. Erfahre hier 100 000 Jahre Landschaftsgeschichte - vom Gletschersee zum Flach- und Hochmoor.

Eiszeit im Oberengadin

Bis 800 Meter dick ist das Eis des Inngletschers über dem Lej Nair und dem Lej dals Chöds während der letzten Eiszeit. Also vor rund 100 000 Jahren. Das im Eis mitgeführte Gestein schleift und hobelt durch den gewaltigen Druck den Felsuntergrund aus granitischen Gesteinen – unter dem Eis entsteht die Rundhöckerlandschaft am Fuss des Piz Rosatsch.

Skizze zur Entstehung der Moorseen.
Klimaerwärmung sorgt für Gletscherschwund

Vor rund 10 000 Jahren beginnen die Gletscher zu schmelzen. Das Klima erwärmt sich rasch und das Eis zieht sich bis auf heutige Grössenordnung zurück. Toniges Material verkittet die Mulden. Zwischen den Felskuppen entstehen kleine Seen. Wie zum Beispiel der Lej Nair und der Laj dals Chöds.

Skizze zur Entstehung der Moorseen.
Nacheiszeit lässt Vegetation entstehen

Immer mehr Pflanzen besiedeln langsam die vom Eis freigegebene felsige Landschaft. Die kleinen Wasserflächen zwischen den Rund höckern beginnen zu verlanden. Seggen, Binsen und Torfmoose wachsen. Auf trockenen Standorten stockt bald ein lockerer Lärchen- und Arvenwald mit dichtem Unterwuchs von Zwergsträuchern. Flachmoore und Hochmoore entstehen.

Skizze zur Entstehung der Moorseen.
Moore wachsen weiter

Seit 10 000 Jahren entwickeln sich die Moore am Lej Nair und Lej dals Chöds kontinuierlich in die Höhe. Seltene und spezialisierte Pflanzen finden einen geeigneten Lebensraum auf den nassen, empfindlichen Moorböden. Der Mensch trägt die Verantwortung für ihr Weiterbestehen und ihre Weiterentwicklung.

Skizze zur Entstehung der Moorseen.

Wir haben für dich die Pflanzen rund um die Moorseen ein ganzes Jahr begleitet, fotografiert und beobachtet. Du findest nun zu jeder Pflanze Videos, damit du die Veränderungen der Pflanzen im Jahresverlauf auch von zu Hause beobachten und miterleben kannst. 

Moorbeere (Rauschbeere)

Über die Moorbeere

Vaccinum gaultherioides

Die zur Gattung der Heidelbeere gehörenden Moorbeeren fühlen sich in Hochmooren auf feuchtem, torfhaltigem Boden besonders wohl. Die blauen Beeren des Zwergstrauchs sind essbar, jedoch wird vom Verzehr abgeraten. Denn der Beere eilt der Ruf voraus, gelegentlich rauschartige Symptome auzulösen. Daher trägt die Beere auch den Namen «Rauschbeere». Bis heute konnte jedoch in den Beeren keine Substanz festgestellt werden, die mögliche Rauschzustände erklären könnte. Es wird davon ausgegangen, dass der sporadisch auf der Beere lebende schmarotzende Schlauchpilz dafür verantwortlich sein könnte.

Steckbrief Moorbeere

Heidelbeere (Blaubeere)

Über die Heidelbeere

Vaccinum myrtillus

Im Mai zaubert die Heidelbeere weisse glockenähnliche Blüten, im Sommer sind die blauen Beeren reif. Direkt vom Strauch sind sie eine köstliche Nascherei und sehr gesund. Denn die darin enthaltenen Anthocyane (wasserlösliche Pflanzenfarbstoffe) färben nicht nur die Zähne nach der Nascherei blau, sondern sind auch für die antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften verantwortlich. Auch auf dem Speiseplan von Auerhuhn und Fuchs steht die Heidelbeere weit oben.

Steckbrief Heidelbeere

Preiselbeere

Über die Preiselbeere

Vaccinum vitis-idaea

Die Preiselbeere gehört zur Gattung der Heidelbeere, allerdings sind die Früchte rot und erst im Herbst reif. Die Beeren sind essbar, werden aber aufgrund des hohen Fruchtsäureanteils meist zu Konfitüre weiterverarbeitet. Mit ihrem herb-säuerlichen Geschmack veredeln sie die lokalen Wildgerichte mit besonderer Note. Überdies sind sie dank den vielen Vitaminen ausserordentlich gesund. Wie die Cranberries, die amerikanische Schwester der Preiselbeere, sollen sie bei Nieren- und Blaseninfekten hilfreich sein.

Steckbrief Preiselbeere

Zwergwacholder

Über den Zwergwacholder

Juniperus communis var. saxatilis

Dem Zwergwacholder gefällt es an felsigen, trockenen Standorten. Manchmal wächst der niedrige Strauch gar aus Felsspalten hervor. Der Begriff leitet sich vom althochdeutschen «wechalter» ab, das so viel wie «frisch machendes Gehölz» bedeutet. Während Wacholder im alten Ägypten zum Einbalsamieren von Toten verwendet wurde, ist er heute ein beliebtes Gewürz in der Küche. Oft wird der Zwergwacholder zum Würzen von Sauerkraut, Pasteten, Marinaden und Wild- oder Sauerbraten verwendet. Die Beeren verleihen ausserdem der beliebten Spirituose Gin den unvergleichlichen Geschmack.

Steckbrief Zwergwacholder

Rostblättrige Alpenrose

Über die Rostblättrige Alpenrose

Rhododendron ferrugineum

Die Rostblättrige Alpenrose, deren Blattunterseiten mit den Jahren rostbraun werden, sind in der Höhe zuhause. Dank der isolierenden Schneedecke können sie gar den strengen Winter bis auf 2'800 m ü.M. ohne Frostschäden überstehen. Die Pflanze ist für Mensch und Tier sehr giftig. Besonders Kühe, die im Sommer auf den Alpweiden grasen sind gefährdet. Während also die Alpenrosen den Bergbäuer:innen eher ein Dorn im Auge sind, sind sie dank ihrer Farbenpracht vor der Kameralinse ein beliebtes Sujet.

Steckbrief Rostblättrige Alpenrose

Segge

Über die Schnabelsegge

Die Gattung der Seggen ist formenreich mit unzähligen Arten, die teilweise schwer voneinander unterscheidbar sind. Die Schnabelsegge ist oft an Gewässerrändern und in Mooren bis auf 2000 m. ü.M. zu finden. Sie bevorzugt kalk- und nährstoffarme Böden. Stimmen die Bedingungen, kann sie bis zu einem Meter hoch werden. In den Sommermonaten Juni und Juli blühen die Schnabelseggen unscheinbar gelbbraun. Die immergrünen Pflanzen sind auch bei Gartenliebhaber:innen als Ziergräser in der Gartengestaltung beliebt.

Steckbrief Schnabelsegge
Über die Braune Segge

Carex nigra

Die Braune Segge ist eine Spezialistin für nährstoffarme, saure und feuchte Standorte mit viel Licht. Die Braune Segge, auch Wiesen-Segge genannt, breitet sich mit der Zeit teppichartig aus und bildet lockere Rasenpolster. Die Blütezeit, also die Zeit, in der die Pflanze dunkelpurpurne, männliche und schwarz-grüne, weibliche Ährchen trägt, ist je nach Höhenlage in den Monaten Mai bis August. Im Querschnitt gleichen die Halme der Braunen Segge einem gleichschenkligen Dreieck. 

Steckbrief Braune Segge
Über die Schlammsegge

Carex limosa

Die unscheinbar wirkenden sichtbaren Gräser der Schlammsegge sind vergleichbar mit der Spitze eines Eisbergs. Denn rund 70% der lebenden Pflanzenmassen befindet sich - für das Beobachter:innenauge unsichtbar - im Erdboden. Die Schlammsegge bildet lange, im Schlamm kriechende ober- und unterirdische Ausläufe. Dies macht sie zu einer besonders wertvollen und schützenswerten Pflanze in wachsenden Mooren. Da Moorgebiete oftmals aufgeforstet werden, ist die Schlammsegge im gesamten zentral-europäischen Raum immer weniger anzutreffen und gilt als gefährdet.

Steckbrief Schlammsegge

Fieberklee

Über das Fieberklee

Menyanthes trifoliata

Der Fieberklee ist eine Sumpf- oder Wasserpflanze, die im Frühsommer blüht. Die kleinen fünfblättrigen hellrosa bis weissen Blüten werden von vielen langen Fransenhaaren bedeckt, die kleine Insekten abhalten und die Blüte für die Bienen besonders auffällig machen. Der Fieberklee trägt wesentlich zur Verlandung von Feuchtgebieten bei und bereitet so den Lebensraum für viele andere Arten. Den getrockneten Blättern der Pflanze wird eine heilende Wirkung nachgesagt. So sollen die Blätter bei fiebrigen Erkrankung Linderung bringen und können auch bei Appetitlosigkeit und Verdauungsstörungen eingesetzt werden. 

Steckbrief Fieberklee

Torfmoose

Über Torfmoose

Sphagnum

Torfmoose sind hervorragend an die extremen Bedingungen in Mooren angepasst. So kann sie selbst an nährstoffärmsten Standorten genügend Nährstoffe aufnehmen. Zudem können Torfmoore praktisch unbegrenzt wachsen. Während die Pflanze nach oben hin gedeiht, stirbt die Basis wegen Luftabschluss ab, woraus sich Torf bildet. Bei Niederschlägen verhält sich die Pflanze wie ein Quellkörper, der in speziellen Speicherzellen bis das 30-fache ihrer Trockenmasse an Wasser aufnehmen kann. Hingegen bei Trockenzeiten reduziert die Pflanze ihre Stoffwechselvorgänge auf ein Minimum.

Steckbrief Torfmoose

Scheidiges Wollgras

Über das Scheidige Wollgras

Eriophorum vaginatum

Das Scheidige Wollgras - auch das «Oma-Haar des Moores» genannt - ist eine Charakterpflanze von Moorgebieten bis auf fast 2'000 m ü.M.. Die faserig zerfallenden Blätter des Wollgrases tragen wesentlich zur Torfbildung bei. Die weissen Blütenhüllfäden um die Blüten und Früchte herum geben der Pflanze das charakteristische Aussehen und den Namen. Die Wollschöpfe sind von Juli bis September zu bestaunen. Die weissen Fruchthaaren können gar zum Füllen von Kissen verwendet werden.

Steckbrief Scheidiges Wollgras

Rasenbinse

Über die Rasenbinse

Trichoforum caespitosum

Für die Rasenbinse charakteristisch ist die igelförmige Gestalt der dichten und starren Horste. Sie ist eine kennzeichnende Pflanze für nährstoffarme Moore, der es auf schlammigen, teilweise überfluteten Böden, auf Feuchtwiesen oder in langsam fliessenden Gewässern besonders gefällt. Fühlt sich die Rasenbinse wohl, breitet sie sich rasch rasenförmig aus. Auch in Ziergärten und in künstlich angelegten Biotopen wird die Rasenbinse oft angepflanzt.  

Steckbrief Rasenbinse

Verhaltensregeln im Naturschutzgebiet

Rund 800 Meter dick war das Eis des Innengletschers über dem Lej Nair und dem Lej dals Chöds. Mit der Erwärmung sind die Bergseen und Moorlandschaften entstanden. Wahnsinn, nicht? Lasst uns gut aufpassen.

Skizze von Niculin, der über einen Steg geht.

Du darfst die Moorflächen nur auf den dafür vorgesehenen Pfaden überqueren. Sie sind sehr empfindlich und mögen es gar nicht, wenn du auf sie trittst.

Skizze von Niculin, welche aufzeigt, dass Moorflächen nicht betreten werden sollen.

Deshalb: Bitte auch nicht die Moorflächen am Seeufer betreten.

Skizze von Niculin, der an einer Blume riecht.

Bitte pflücke keine Pflanzen. Sie fühlen sich direkt bei den beiden Bergseen am wohlsten.

Skizze von Niculin mit einem Hund an der Leine.

Auch Hunde springen nicht übers empfindliche Moor. Bitte führe sie an der Leine.

Skizze von Niculin beim Baden im Bergsee.

Bade nur an Uferstellen ohne Moor, dann kann nichts schief gehen. Dort sind unsere Bergseen aber herrlich zum Schwimmen.

Skizze von Niculin beim Grillen an einer Feuerstelle.

Geniesse die vorhandenen Feuerstellen. Wir haben dir dort Holz zur Verfügung gestellt. Aber bitte mache kein Feuer ausserhalb.

Inspiration Aktivitäten Webcam Packages